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Infos zum Thema
Kommunikation (lat. communicare „teilen, mitteilen, teilnehmen
lassen; gemeinsam machen, vereinigen“) definiert auf der menschlichen
Alltagsebene ein gemeinschaftliches Handeln, in dem Gedanken, Ideen, Wissen,
Erkenntnisse, Erlebnisse (mit-)geteilt werden und auch neu entstehen.
Kommunikation in diesem Sinne basiert auf der Verwendung von Zeichen in Sprache,
Gestik, Mimik, Schrift, Bild oder Musik. Kommunikation ist die Aufnahme, der
Austausch und die Übermittlung von Informationen zwischen zwei oder mehrerer
Personen. Unter Kommunikation wird auch das wechselseitige Übermitteln von Daten
oder von Signalen verstanden, die für den Beobachter der Kommunikation eine
festgelegte Bedeutung haben. Die Signale gelten dann als Auslöser für bestimmte
Reaktionen. Dies betrifft auch tierische und pflanzliche Lebewesen, wenn diese
naturwissenschaftlich beobachtet werden (zum Beispiel als molekulare Körper),
sowie technische Objekte oder Systeme. In den technischen Disziplinen wird
Kommunikation zumeist als eine Verbindung von Geräten betrachtet, deren Zustände
sich infolge dieser Verbindung wechselseitig verändern.
Bei der Beschreibung sozialer Zusammenhänge kann Kommunikation als ein Prozess
angesehen werden, in dem mehrere Lebewesen (Menschen) gemeinsam Probleme lösen.
Als Grundlage für die Möglichkeit kommunikativer Problemlösung wird eine
Geschichte gemeinsamer Lebenspraxis angesehen. In gemeinsamer Lebenspraxis
entsteht beispielsweise die Sprache.
Das Wort Kommunikation fand erst Anfang der 1970er Jahre Eingang in den
deutschen soziologischen Sprachgebrauch. Die Psychologen Paul Watzlawick, Don D.
Jackson und Janet H. Beavin behandelten 1967 aus therapeutischer Sicht die Rolle
von Kommunikation in zwischenmenschlichen Beziehungen. Im Vorwort zur deutschen
Ausgabe ihres Werks Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien
bezeichnet Watzlawick den Begriff Kommunikation als „im Deutschen ungewohnt“.
Definition
Eine allgemein anerkannte Definition des Begriffs besteht nicht. Dafür gibt es
verschiedene Gründe. Kommunikation ist erstens ein komplexes Phänomen, das nicht
einfach beschrieben werden kann.[2] Das Thema Kommunikation wird zweitens mit
unterschiedlichen Einstellungen und unter unterschiedlichen Zielsetzungen
behandelt. Die Definitionen des Begriffs Kommunikation hängen folglich von den
unterschiedlichen Voraussetzungen ab, die dabei gemacht werden. Die
Voraussetzungen sind erkenntnistheoretischer Art, und sie betreffen zu einem
großen Teil die Teilnehmer des Prozesses. Dies wird bereits an uneinheitlichen
Bezeichnungen deutlich (Beispiele: „Kommunizierende“, „Kommunikatoren“,
„Kommunikanten“, „(Kommunikations-)Partner“, „Sender und Empfänger“, „A und B“,
„Sprecher und Hörer“, „Produzent und Rezipient“, „Systeme“, „Maschinen“,
„Computer“, „Leiber“[3]).
Die Ansätze unterscheiden sich grundsätzlich anhand der Frage, ob die Teilnehmer
einer Kommunikation ausschließlich als Menschen bestimmt werden, oder
allgemeiner als Lebewesen, zu denen dann auch die Tiere gezählt werden, oder ob
die Teilnehmer einer Kommunikation als technische Geräte (philosophischer
Terminus: „Kunstprodukte“) angesehen werden. In Abhängigkeit von dieser Frage
können auch Vorgänge, die sich zwischen Menschen und Computern abspielen, als
Kommunikation bezeichnet werden („Mensch-Maschine-Kommunikation“). Im Extremfall
wird der Kommunikationsbegriff mit dem Wahrnehmungsbegriff gleichgesetzt. Dann
wird Wahrnehmung als ein kommunikativer Prozess zwischen einem wahrnehmenden
Lebewesen und den wahrgenommenen Elementen in seiner Umgebung angesehen.[4]
Ein weiteres Kriterium bei der Definition von Kommunikation liegt darin, ob die
Kommunizierenden unter dem Aspekt des Verhaltens oder des Handelns angesehen
werden. Verhalten wäre - grob gesprochen - die Beschreibung rein äußerlich
beobachtbarer körperlicher Bewegungen und deren Produkte (Geräusche, Wörter,
materiale Zeichen etc.). In die Beschreibung von Handeln gehen
Bewusstseinsprozesse im weiten Sinne mit ein; dazu gehören Vorstellungen,
Gedanken, Schlussfolgerungen, Planungen und anderes. In diesem Zusammenhang
steht die Entscheidung, ob Bewusstsein und/oder eine Gerichtetheit
(Intentionalität) in die Definition von Kommunikation einbezogen wird
(Turing-Test).
Eine weitere, für den Kommunikationsbegriff folgenreiche Voraussetzung besteht
in der Entscheidung, ob die Teilnehmer an einem Kommunikationsprozess als fertig
vorfindliche Individuen angesehen werden sollen, oder ob Kommunikation als ein
Bestandteil der Entstehung von Lebewesen gelten kann. Im ersten Fall werden
zuerst Individuen beschrieben. Anschließend wird die Frage gestellt, was diese
Individuen gemeinsam tun, und auf welcher Grundlage sie kommunizieren. Die Frage
nach der Kommunikation wäre in dieser Sichtweise der Existenz der Individuen
nachgeordnet. Im zweiten Fall wären Individuen nicht mehr als isolierte
Einzelwesen anzusehen, sondern als Lebewesen, an deren Entwicklung andere
Lebewesen durch Kommunikation maßgeblich beteiligt sind. Was sie denken, in
welcher Sprache sie sprechen, was sie tun (oder: wie sie sich verhalten; je nach
Definition) hängt in dieser Sichtweise von vorangegangenen Kommunikationen ab -
auch dann, wenn sie gerade allein sind. Kommunikation wäre dann ein
Erklärungsprinzip: Entwicklungen von Lebewesen könnten unter anderem durch
Kommunikationsprozesse erklärt werden.
Begriffliche Zusammenhänge
Der Begriff Kommunikation steht im Zusammenhang mit dem der Interaktion. In
einigen Bereichen werden diese Begriffe synonym verwendet. Dies gilt besonders
dann, wenn Wechselseitigkeit für den Kommunikationsbegriff vorausgesetzt wird.
Der Begriff der Kultur umfasst - in sozialwissenschaftlicher Sicht - die
Grundlagen für kommunikative Prozesse. Dies betrifft die gemeinsame
Lebenspraxis, auf der die Kommunikationsprozesse basieren. In kulturellen
Prozessen entstehen diejenigen Sinnzusammenhänge, in denen Probleme gestellt und
gelöst werden. Wer in einer gemeinsamen kulturellen Lebenspraxis aufwächst,
kennt einen anderen beispielsweise als Sprecher einer gemeinsamen Sprache und
als Angehörigen eines bestimmten Berufsstandes, mit dem auf eine bestimmte Weise
kommuniziert werden kann.
Kommunikationsprozesse sind nicht losgelöst, sondern sie finden immer in
Situationen statt, durch die sie bestimmt werden. In Bezug auf einen
Kommunikationsprozess kann von einer Kommunikationssituation gesprochen werden.
Im Bereich des Lebendigen werden Zeichenprozesse als wesentlicher Bestandteil
der Kommunikation angesehen. Die Semiotik kann von daher als eine
Nachbardisziplin der Kommunikationswissenschaft gelten.
Wenn Kommunikation als Prozess angesehen wird, der dem Zweck der Problemlösung
dient, ist der Begriff des (gesellschaftlichen) Problems für eine Beschreibung
des Phänomens Kommunikation von Belang.
Kommunikationsziele und Kommunikationszwecke
Wenn davon ausgegangen wird, dass Kommunikation der gemeinschaftlichen
Problemlösung dient, können die angestrebten Problemlösungen unter zwei Aspekten
beschrieben werden. Im einen Fall werden diejenigen Problemlösungen betrachtet,
die zwischen den Kommunizierenden eintreten sollen - beispielsweise eine
Änderung von Überzeugungen, Wissen, Meinungen und Vorstellungen. Im anderen Fall
werden diejenigen Problemlösungen betrachtet, die in der gemeinsamen Umgebung
eintreten sollen - beispielsweise die Folge, dass ein schwerer Gegenstand sich
an einem anderen Ort befindet.
Beide Fälle gehören zu den Problemlösungen, die nicht von einem Einzelnen allein
erreicht werden können, zu denen also Kommunikation notwendig ist. Eine
Konvention besteht darin, im ersten Fall die angestrebte Lösung (die
Verständigung) als Kommunikationsziel, im zweiten Fall die angestrebte Lösung
(die Wirkung in der Umgebung) als Kommunikationszweck zu bezeichnen. Das
Kommunikationsziel ist dann primär, der Kommunikationszweck sekundär oder
übergeordnet.[5]
Kommunikationsziele
Das Kommunikationsziel ist Verständigung. Verständigung kann folgendermaßen
aufgefasst werden: In einem gemeinsamen (sozialen) Prozess entstehen neues
Wissen, neue Einstellungen, Theorien und Überzeugungen über den Anderen, über
sich selbst und über die gemeinsame Welt. Im Prozess der Verständigung sind die
Teilnehmenden auf Kompatibilität der Erfahrungsinhalte ausgerichtet - und nicht
auf eine Übertragung identischer Inhalte. (Die Übertragung ist eine Vorstellung,
die durch metaphorische Beschreibungen und Transportmodelle der Kommunikation
entsteht.) - Im oben genannten Beispiel würde erstens ein Bewusstsein darüber
entstehen, wo der schwere Gegenstand hin soll, zweitens die Überzeugung oder
Überredung, dass dies auch geschehen soll, und drittens ein Plan, wie es
vollzogen werden soll. Dies ist ein Beispiel für einen Prozess, in dem sich
Kommunizierende über eine übergeordnete Problemstellung und deren Lösung
verständigen. Das Resultat der Verständigung wären in diesem Fall kompatible
Erfahrungsinhalte und Handlungspläne. Das Erreichen des Kommunikationsziels ist
Voraussetzung für das Erreichen des Kommunikationszwecks.
Kommunikationszwecke
Als Kommunikationszwecke können gemeinschaftliche Problemlösungen angesehen
werden, die nur durch eine vorhergehende Kommunikation (und Verständigung)
erreicht werden können. Kommunikationszwecke reichen von konkreten, einfachen
Lösungen (siehe obiges Beispiel) bis zu abstrakten gesellschaftlichen Problemen.
Beziehungsnetzwerke und Partnerschaften werden aufgebaut, stabilisiert und
beendet. Diese Zwecke können weit über das Spektrum von existenzieller
Grundsicherung hinausgehen. Kommunikation wird in diesem Sinne auch als
Machtinstrument eingesetzt.
Kommunikationsmodelle
Modelle dienen in der Kommunikationstheorie dazu, Kommunikation als Phänomen
(als wahrnehmbare Erscheinung) zu beschreiben. Bei der Modellierung von
Kommunikation wird von vielen Aspekten der beobachteten Erscheinung abstrahiert
und eine Darstellung von Funktionen und Beziehungen in den Vordergrund gestellt.
Je nachdem, was abstrahiert und welche Funktionen in den Vordergrund gestellt
werden, entstehen unterschiedliche Kommunikationsmodelle.
In vielen Fällen wird Kommunikation mit dem sogenannten Sender-Empfänger-Modell
beschrieben. Dieses Modell ist aus der mathematischen Theorie der Kommunikation
(Informationstheorie) hervorgegangen, die 1949 zu dem Zweck entwickelt wurde,
die technische Übertragung von Signalen zu verbessern, beispielsweise in
Telefonleitungen oder bei der Steuerung militärischer Geräte.[6] Diese Theorie
dient nicht der Erklärung und Begründung der Phänomene der zwischenmenschlichen
Kommunikation. In diesem Zusammenhang steht das Thema der Zuordnung (Kodierung)
von Impulsen oder Signalen zu bestimmten maschinellen Aktionen.
Das informationstheoretische Sender-Empfänger-Modell beschreibt - vereinfacht
gesprochen - eine Beziehung zwischen zwei räumlich getrennten technischen
Apparaten, die (wechselseitig) als Sender und als Empfänger elektrischer Impulse
fungieren. Sender und Empfänger sind so konstruiert, dass sie zueinander
kompatibel sind, also dass die Aktivität eines Apparates eine vorbestimmte
Aktivität des anderen Apparates auslöst. Beispielsweise sollen Schallwellen, die
auf einer Seite ein Mikrofon erreichen, auf der anderen Seite als entsprechende
Schallwellen in einem Lautsprecher erzeugt werden. Ziel ist eine möglichst hohe
Entsprechung bei möglichst geringem technischem Aufwand, auch unter dem Einfluss
von Störfaktoren.
Das Sender-Empfänger-Modell beschreibt maschinelle und keine lebendigen
Vorgänge. Die Telefonie, für die es entwickelt wurde, kann zwar ein Bestandteil
einer Kommunikationssituation sein. Auch in diesem Fall ist das Modell auf die
technischen Prozesse bezogen und nicht auf die Menschen, die das Telefon gerade
verwenden. Wenn diese Beschreibungen auf zwischenmenschliche Kommunikation
angewendet werden, wird die Beschreibung der Maschinen auf Menschen übertragen.
Dabei kommen viele Phänomene der zwischenmenschlichen Kommunikation aus dem
Blick. Dazu gehören emotionale Aspekte, Ungenauigkeit und Fehlerhaftigkeit,
Missverständnisse und insbesondere die Kreativität, die in der Lösung von
Problemen erforderlich ist. Diese Kreativität entsteht oft erst in der
zwischenmenschlichen Kommunikation in Form von »Ideen«.
Beschreibungsbereiche
Systemtheorie
Unter der Bezeichnung „Systemtheorie“ sind allgemeine Systemtheorien und die
besonders in Deutschland populäre Systemtheorie des Soziologen Niklas Luhmann zu
unterscheiden. Systemtheorien bilden insgesamt eine sehr allgemeine und
abstrakte Betrachtungsweise. Systemtheoretisch werden Elemente, Relationen
und/oder Operationen beschrieben. Diese bilden jeweils ein System, das von
seiner Umwelt abgegrenzt ist. Der Systemtheoretiker entscheidet selbst, was er
als System beschreibt: Gesellschaften, Gruppen, Personen, Maschinen, Computer
und Computerprogramme, Körperzellen etc. - Menschen oder Lebewesen können
systemtheoretisch als Elemente von Systemen (sozialen Systemen und
Untersystemen) oder selbst als Systeme (oder Supersysteme, Systeme aus Systemen)
angesehen werden.
In diesem Zusammenhang kann der Begriff Kommunikation Prozesse beschreiben, in
denen mindestens zwei Systeme (insbesondere komplexe Systeme) miteinander
verbunden sind. Wesentliches Merkmal ist dabei, dass sich die Systeme in
Kommunikationsprozessen verändern. Damit wird die Beobachtung berücksichtigt,
dass Systeme nicht isoliert bestehen, sondern nur im Zusammenhang mit anderen
Systemen funktionieren.
In der Systemtheorie Niklas Luhmanns beschreibt der Kommunikationsbegriff keine
Prozesse, die zwischen fertigen Systemen ablaufen, sondern allgemein eine
Operation, die zur Ausbildung sozialer Systeme führt (siehe den
Hauptartikel).[7]
Beschreibungen im Sozialbereich
Sozial-Kommunikation
* Vertikale Kommunikation bezeichnet die Kommunikation von Höhergestellten mit
Untergebenen oder auch umgekehrt.
* Horizontale Kommunikation bezeichnet die Kommunikation von Gleichgestellten
untereinander
* Diagonale Kommunikation bezeichnet latente Aussagen innerhalb von
Sprachgefügen.
Beschreibungen in der Physik
In manchen Bereichen (zum Beispiel in der Physik, insbesondere in der Kosmologie
und der Quantenmechanik) wird der Begriff der Kommunikation allgemeiner gefasst.
Jede Beeinflussung wird als Kommunikation aufgefasst. Somit findet Kommunikation
immer dann statt, wenn ein Ereignis einen Effekt hat (siehe auch Kausalität).
Kommunikation in der Wissenschaft
* Kommunikation (Soziologie) (auch: Soziale Interaktion und Interpersonelle
Kommunikation)
o Kommunikationswissenschaft
o Informationswissenschaft
o Medienwissenschaft
o Medienkunst
o Informationstheorie
o Sprechakttheorie
o Linguistik
o Semiotik
* Kommunikation (Biologie)
* Kommunikation (Informationstheorie)
* Kommunikation (Kybernetik)
* Kommunikation (Nachrichtentechnik)
* Kommunikation (Psychologie)
* Kommunikation (Systemtheorie)
* Kommunikation (Wirtschaft)
Weitere Übersichten in: Kommunikationsmodell
Speziellere Bereiche
Abhängig von Zielsetzungen und (wissenschaftlichen) Problemstellungen werden
folgende Bereiche unterschieden:
1. Computervermittelte Kommunikation
2. Mensch-Maschine-Kommunikation
3. Digitale Kommunikation
4. Gruppenkommunikation
5. Individualkommunikation
6. Intimkommunikation
7. Massenkommunikation
8. Telekommunikation
9. chemische Kommunikation
10. Unternehmenskommunikation
11. Kommunikation im Unterricht
12. Zwischenmenschliche Kommunikation
* Nonverbale Kommunikation
* Vokale Kommunikation
* Visuelle Kommunikation
* Parasprache
* Gesprochene Sprache
* Unterstützte Kommunikation
* Gebärden-unterstützte Kommunikation
* Gestützte Kommunikation
Siehe auch
* Asymmetrische Information
* Diskussion
* Gewaltfreie Kommunikation
* Historische Kommunikation
* Information
* Information und Kommunikation
* Informationstheorie
* Interaktion
* Interkulturelle Kommunikation
* Kommunikationssoziologie
* Mediation
* Medien
* Medienrecht
* Museum für Kommunikation
* Netzsensibilität
* Probleme der Kommunikation
* Smalltalk
* Sprecherziehung
* Symbol
* Verkaufspsychologie
* Verständigung
* Überwachung
Personen
* Theodor Adorno
* Irwin Altman
* Aristoteles
* Dean Barnlund
* Roland Barthes
* Gregory Bateson
* Walter Benjamin
* Charles Berger
* Frank Biocca
* Sven Birkerts
* Kenneth Burke
* Dale Carnegie
* Cicero
* Noam Chomsky
* Hugh Dalziel Duncan
* Karl W. Deutsch
* Walter Fisher
* George Gerbner
* Cees J. Hamelink
* Jürgen Habermas
* Max Horkheimer
* Harold Adams Innis
* Irving Janis
* Wendell Johnson
* Walter Lippmann
* Herbert Marcuse
* George Herbert Mead
* Marshall McLuhan
* Desmond Morris
* Maxwell McCombs
* Walter J. Ong
* Vance Packard
* Hans-Eberhard Piepho
* Platon
* Neil Postman
* Quintilian
* I. A. Richards
* Everett M. Rogers
* Wilbur Schramm
* Friedemann Schulz von Thun
* Claude Shannon
* Deborah Tannen
* Dalmas Taylor
* Gerold Ungeheuer
* Warren Weaver
* Joe Walther
Zitate
„Dürfte ich das Unwort des Zeitalters bestimmen, so käme nur eines in Frage:
kommunizieren. Ein Autor kommuniziert nicht mit seinem Leser. Er versucht ihn zu
verführen, zu amüsieren, zu provozieren, zu beleben. Welch einen Reichtum an
(noch lebendigen) inneren Bewegungen und entsprechenden Ausdrücken verschlingt
ein solch brutales Müllschluckerwort! Mann und Frau kommunizieren nicht
miteinander. Die vielfältigen Rätsel, die sie einander aufgeben, fänden ihre
schalste Lösung, sobald dieser nichtige Begriff zwischen sie tritt. Ein
Katholik, der meint, er kommuniziere mit Gott, gehört auf der Stelle
exkommuniziert. Zu Gott betet man, und man unterhält nicht, sondern man empfängt
eine Heilige Kommunion. All unsere glücklichen und vergeblichen Versuche, uns
mit der Welt zu verständigen, uns zu berühren und zu beeinflussen, die ganze
Artenvielfalt unserer Erregungen und Absichten fallen der Ödnis und der
Monotonie eines soziotechnischen Kurzbegriffs zum Opfer. Damit leisten wir dem
Nichtssagenden Vorschub, das unsere Sprache mit großem Appetit auffrisst.“
– Botho Strauß: Der Untenstehende auf Zehenspitzen, 2004, ISBN 3-446-20491-1
Quellenangaben
1. Paul Watzlawick Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien. -
Bern 1969. - ISBN 3-456-82825-X. - S. 17
2. Vergleiche dazu Maletzke, Gerhard: Kommunikationswissenschaft im Überblick :
Grundlagen, Probleme, Perspektiven. – Opladen ; Wiesbaden : Westdeutscher
Verlag, 1998. - S. 36 ff.; S. 40.
3. Die Bezeichnung „Leib“ bezieht sich auf eine Zugangsweise, die aus der
Philosophie (Phänomenologie) gewonnen werden kann; beispielsweise aus:
Waldenfels, Bernhard: Das leibliche Selbst : Vorlesungen zur Phänomenologie des
Leibes. Hrsg. von Regula Giuliani. - 1. Aufl.. - Frankfurt am Main : Suhrkamp
Verlag, 2000. - (Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft ; 1472)
4. Diese Beschreibung ist nur aus der Perspektive eines externen Beobachters
möglich.
5. Diese Konvention geht auf Gerold Ungeheuer zurück.
6. Shannon, Claude E; Weaver, Warren: The mathematical theory of communication,
University of Illinois Press, Urbana 1949. Zusammenfassend: Krallmann, Dieter;
Ziemann, Andreas (2001): „Die Informationstheorie von Claude E. Shannon“, in:
ders.: Grundkurs Kommunikationswissenschaft : mit einem
Hypertext-Vertiefungsprogramm im Internet. München: Fink, 2001. S. 21-34. ISBN
3-8252-2249-7 (UTB) kart. ISBN 3-7705-3595-2 (Fink) kart. (UTB für Wissenschaft
; 2249)
7. Der Informationsbegriff beschreibt in diesem Zusammenhang eine
Systemveränderung in Form einer Differenz, die eine Differenz erzeugt („a
difference which makes a difference“, siehe Gregory Bateson).