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Infos zum Thema
Als Wirtschaft oder Ökonomie wird die Gesamtheit aller
Einrichtungen, wie Unternehmen, private und öffentliche Haushalte, und
Handlungen verstanden, die der planvollen Deckung der menschlichen Bedürfnisse
dienen. Hierzu zählen insbesondere die Erzeugung, der Verbrauch, der Umlauf und
die Verteilung von Gütern. Wirtschaft wird oft in räumliche Beziehung gesetzt,
so zum Beispiel in Welt-, Volks-, Stadt-, Betriebswirtschaft.
Begriff
Wirtschaft kommt von Wirt i.S.v. Gastgeber und bewirten i.S.v. (ein-)schenken
Der Begriff "Ökonomie" stammt vom griechischen Wort oikonomos (gr.
"Hausverwalter", von oikos, "Haus" und nemein, "verwalten"), wobei das darin
enthaltene Wort oikos sich auf den Haushalt einer Großfamilie bezog, dem
beispielsweise auch Sklaven angehörten.
Der Begriff "Ökonomie" ist durch den Begriff "Wirtschaft" ersetzbar.
Die Lehre von der Wirtschaft oder die Gesamtheit der Wirtschaftswissenschaften
[1] ist die "Ökonomik."
Aspekte der Wirtschaft
Die unterschiedlichen Aspekte der Wirtschaft werden in eigenen Artikeln
beschrieben:
Wirtschaftswissenschaft
Die Wirtschaftswissenschaften beschäftigen sich mit der wissenschaftlichen
Untersuchung der Wirtschaft. Traditionell werden hier Volkswirtschaftslehre und
Betriebswirtschaftslehre unterschieden.
Die Wirtschaftsgeschichte ist eine Brückendisziplin zwischen den
Wirtschaftswissenschaften und der Geschichtswissenschaft. Sie untersucht die
historische Wirtschaftsentwicklung in Zusammenhang mit anderen
Kulturveränderungen.
Die Wirtschaftswissenschaften haben eine Reihe von Wirtschaftstheorien
hervorgebracht. Wichtige Wirtschaftstheorien sind (chronologisch nach
Entstehungszeitraum):
* Klassische Nationalökonomie (unter anderem Adam Smith, David Ricardo, John
Stuart Mill, Thomas Robert Malthus und Jean-Baptiste Say)
* Marxismus (unter anderem Karl Marx, Friedrich Engels, Rosa Luxemburg)
* Neoklassische Theorie (unter anderem Vilfredo Pareto, Léon Walras)
* Österreichische Schule (unter anderen Ludwig von Mises, Friedrich August von
Hayek und Carl Menger)
* Neoliberalismus / Ordoliberalismus (unter anderem Walter Eucken, Alexander
Rüstow, Frank Knight)
* Keynesianismus (John Maynard Keynes)
* Monetarismus (unter anderem Milton Friedman)
Organisation der Wirtschaft
Es bestehen eine Reihe von Wirtschaftssystemen, deren wesentliche Formen
Marktwirtschaft und Zentralverwaltungswirtschaft darstellen.
Die politische und rechtliche Form, die den Rahmen für die wirtschaftlichen
Tätigkeiten innerhalb eines Wirtschaftsraumes vorgibt, wird als
Wirtschaftsordnung bezeichnet.
Die folgenden Ausprägungen von Wirtschaftordnungen haben von oben nach unten
eine zunehmende Staatsquote:
* Freie Marktwirtschaft (basierend auf dem klassischen Liberalismus
(Wirtschaftsliberalismus)[2]
* Soziale Marktwirtschaft (basierend auf dem Neoliberalismus bzw.
Ordoliberalismus)[3]
* Wohlfahrtsstaat (Skandinavisches Modell)
* Planwirtschaft
Wirtschaft nach Geographie
Traditionellerweise wird zwischen den (nationalen) Volkswirtschaft und der
Weltwirtschaft (der Gesamtheit der internationalen Wirtschaftsbeziehungen)
unterschieden. Zunehmende Bedeutung erhalten transnationale Wirtschaftsräume,
dessen wichtigster Vertreter der Europäische Binnenmarkt ist.
Die nationalen Wirtschaften unterscheiden sich deutlich und sind daher in
jeweiligen Artikeln dargestellt:
* Wirtschaft Deutschlands
* Österreichische Wirtschaft
* Schweizer Wirtschaft
* Wirtschaft der Vereinigten Staaten
Weitere Artikel über nationale Volkswirtschaften finden sich in der
* Kategorie:Wirtschaft nach Staat.
Wirtschaftsbereiche
Die Wirtschaftswissenschaft teilt die Wirtschaft in Wirtschaftssektoren ein.
Dies findet seine Grundlage in der Drei-Sektoren-Hypothese der
Volkswirtschaftslehre.
Weiterhin wird die Wirtschaft in Wirtschaftszweige oder Branchen eingeteilt.
Dies sind Gruppen von Unternehmen, die ähnliche Produkte herstellen oder
ähnliche Dienstleistungen erbringen. Die amtliche Statistik der
Wirtschaftszweige basiert auf der Europäischen Norm Nomenclature générale des
activités économiques.
Wirtschaftspolitik
Wirtschaftspolitik ist die Gesamtheit aller politischen, vor allem staatlichen
Bestrebungen, Handlungen und Maßnahmen, die darauf abzielen, den Ablauf des
Wirtschaftsgeschehens in einem Gebiet oder Bereich zu ordnen, zu beeinflussen,
zu gestalten oder unmittelbar festzulegen. Die Wissenschaft der
Wirtschaftspolitik ist die Finanzwissenschaft
Die Wirtschaftspolitik wird meist in Ordnungspolitik, Strukturpolitik und
Prozesspolitik unterteilt.
* Zur Ordnungspolitik zählt die Wettbewerbspolitik.
* Zur Strukturpolitik gehören Infrastrukturpolitik, regionale und sektorale
Strukturpolitik.
* Zur Prozesspolitik gehören Arbeitsmarktpolitik, Finanzpolitik, Fiskalpolitik,
Geldpolitik, Handelspolitik, Konjunkturpolitik.
Wirtschaftsrecht
Das Wirtschaftsrecht ist die Gesamtheit aller privatrechtlichen,
strafrechtlichen und öffentlich-rechtlichen Rechtsnormen und Maßnahmen, mit
denen der Staat auf die Rechtsbeziehungen der am Wirtschaftsleben Beteiligten
untereinander und im Verhältnis zum Staat einwirkt und ist der Oberbegriff für
das Recht des Wirtschaftsverkehrs sowie die rechtliche Grundlage der
Wirtschaftspolitik.
Das Wirtschaftsrecht besteht aus drei Elementen Wirtschaftsverfassungsrecht,
Wirtschaftsverwaltungsrecht und Wirtschaftsprivatrecht.
Teilweise wird auch das Wirtschaftsstrafrecht, also die Rechtsvorschriften gegen
Wirtschaftskriminalität hinzugezählt.
Weiteres
Die Wirtschaftspädagogik beschäftigt sich mit der Vermittlung von Wissen und
Fähigkeiten aus dem Gebiet der Ökonomie. Der Wirtschaftsjournalismus berichtet
über Vorgänge in der Wirtschaft und setzt sich mit diesen auseinander.
Siehe auch
Portal-Logo
Portal: Wirtschaft – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Wirtschaft
Quellen
1. Baßeler 2002, S. 1
2. Stichwort „Freie Marktwirtschaft“, in: Das Lexikon der Wirtschaft.
Grundlegendes Wissen von A bis Z. 2. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut
& F.A. Brockhaus 2004. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung
2004; auf bpb.de.
3. Uwe Andersen, Soziale Marktwirtschaft/Wirtschaftspolitik, in: Andersen,
Uwe/Wichard Woyke (Hg.): Handwörterbuch des politischen Systems der
Bundesrepublik Deutschland. 5., aktual. Aufl. Opladen: Leske+Budrich 2003.
Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2003; auf bpb.de.