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Einkauf in den USA
03-10-2010, 03:48 PM
Post: #1
Cool Einkauf in den USA
Informationen aus dem Beitrag von Wolfgang Buschfort

Waren aus Nicht-EU-Staaten dürfen in den EU-Raum und damit auch in die Bundesrepublik nur beschränkt zollfrei eingeführt werden. Bei Flügen aus den USA gilt für deutsche Staatsbürger: Jeder Volljährige darf Waren für bis zu 430 Euro nach Deutschland einführen. Minderjährige bis einschließlich 14 Jahren dürfen nur Waren bis zu einem Gesamtwert von 175 Euro mitbringen. Nach derzeitigem Wechselkurs sind dies etwa 590 $ bzw. 230 $. Wer mehr aus den USA mitbringt muss sich bei der Einreise beim Zoll outen und dann für den Betrag, der die Freigrenzen übersteigt, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer zahlen. Die Einfuhrumsatzsteuer liegt immer bei 19%, entsprechend der Höhe des Mehrwertsteuersatzes. Die Höhe der Zollgebühren richtet sich nach der Warengruppe. Einfach gesagt: Was der deutschen Wirtschaft besonders Konkurrenz macht ist mit einem hohen Zollsatz belegt, etwa Textilien und Schuhe. Was kaum eine Konkurrenz darstellt, etwa englischsprachige Bücher, besonders Kinderbücher, ist mit einem niedrigen Zollsatz belegt. Wer in den USA einkauft und ein besonderes Schnäppchen gemacht hat sollte die Kassenzettel aufbewahren. Liegt der beim Zoll nicht vor dann kann der Zöllner den Kaufpreis schätzen. Und das kann für den Reisenden erheblich teurer werden.

Einschränkungen bei den Mengen
Theoretisch lassen sich vom Freibetrag von 430 Euro beim jetzigen günstigen Wechselkurs und angesichts der geringen Preise in den USA beispielsweise mehr als 30 Markenjeans kaufen, denn die gibt es dort ab 19 $ zu kaufen. Und diese Jeans oder auch Schuhe oder andere Markenkleidung könnte man, zumindest theoretisch, gewinnbringend in Deutschland verkaufen. Daher ist die Freigrenze nicht die einzige Barriere für Touristen: Die Waren, die von einer Reise mitgebracht werden, müssen zudem für den persönlichen Ge- oder Verbrauch sein. Bei 30 Jeans unterstellt der Zoll, dass die zuhause gewerblich weiterverkauft werden. Daher ist es ins Ermessen des einzelnen Zöllners gestellt, was als persönlicher Bedarf angesehen werden kann. Wer viele US-Einreisestempel hat, dem kann ein Zöllner durchaus schon bei der 3. eingeführten Jeans eine gewerbliche Nutzung unterstellen. In der Regel dürften aber 5-6 Jeans pro Person vom Zoll akzeptiert werden. Doch schon beim 2. Computer oder Handy dürfte der Zoll nicht mehr von Eigenbedarf ausgehen.

Einschränkungen bei Warengruppen
Es gibt auch Produkte, die überhaupt nicht in die EU eingeführt werden dürfen: Frischfleisch, Obst, Waren (wie Schuhe oder Gürtel), die aus geschützten Tieren hergestellt wurden, Waffen und Pornoheftchen oder Porno-DVDs. Bei Medikamenten, die in den USA oft frei verkäuflich und vielfach erheblich preiswerter sind als in Deutschland, gelten ganz besondere Regeln: Es darf der jeweilige Reisebedarf mitgebracht werden - dies gilt für Flüge in beide Richtungen. Der Reisebedarf in Richtung USA ist vom Zoll leicht anhand des Rückflugtickets festzustellen; wer an einem deutschen Flughafen aus den USA kommend eintrifft hat entsprechen kaum einen Reisebedarf. Daher werden Reisenden entsprechende Medikamente bei der Einreise oft am Flughafen abgenommen. Auch eine 500er Packung Aspirin für umgerechnet nur 3 Euro ist dann eine Fehlinvestition.

Postversand
Für Waren, die in den USA gekauft und dann mit der Post oder einer Spedition nach Deutschland geschickt werden, gelten die Freigrenzen nicht. Für - juristisch gesehen - "nachgesandtes Reisegepäck" gilt die Zollfreiheit nur bis 22 Euro. Zwischen 22:01 Euro und 150 Euro sind die Einfuhrumsatzsteuern von 19% zu zahlen. Ab 150 Euro sind Einfuhrumsatzsteuern und Zoll zu zahlen. Das Nachschicken lohnt sich daher nicht!

Garantie
Wer Kleidung, Elektrogeräte oder gar ein Auto in den USA kauft ist bei der Garantie auf die Kulanz der Hersteller angewiesen. Deutsche oder europäische Richtlinien gelten nicht. Sind in den USA 6 Jahre Garantie für ein Fahrzeug der Regelfall, so ist es in Deutschland privat eingeführt in der Regel garantielos. Bei Elektrogeräten sollte man sich in den USA nach den genauen Bedingungen erkundigen.

Alle Informationen über Freigrenzen, Einfuhrregelungen und verbotene Waren bekommt man bei den Zolldienststellen. Diese befinden sich in nahezu jeder größeren Stadt.

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